STALAG III A -
DER JUGOSLAWISCHE FRIEDHOF IN LUCKENWALDE

Stalag III A - Luckenwalde (Source: Museum Luckenwalde)
Stalag III A (Foto: Museum Luckenwalde)
 
Das STALAG III A in Luckenwalde war während des Zweiten Weltkrieges eines von zahlreichen Kriegsgefangenenlagern. Dort wurden Menschen aus den von NS-Deutschland überfallenen Ländern bzw. Kriegsgegnern interniert und in Arbeitskommandos verteilt.
 

Im Jahr 2021 jährte sich der Überfall Deutschlands auf Jugoslawien zum 70.Mal.

 

Alleine im Lager in Luckenwalde wurden insgesamt rund 200.000 Menschen interniert und registriert, die anschließend in bis zu 1.000 Arbeitskommandos in der Region zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden.

Während einige Gefangenengruppen intensiver erforscht wurden (z.B. sowjetische, französische, italienische Zwangsarbeiter*innen), ist über die jugoslawische Häftlingsgruppe vergleichsweise wenig bekannt.

Jugoslawische Gefangene (Foto: Museum Luckenwalde)
 Jugoslawische Gefangene (Foto: Museum Luckenwalde)

 

Vom STALAG III A in Luckenwalde ist heute nichts mehr übrig. Das Areal mit den Baracken wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den in der DDR stationierten sowjetischen Truppen weitergenutzt. Nach dem Abzug der Streitkräfte nach der Wiedervereinigung sind die Gebäude beseitigt worden. Heute ist es eine große Brachfläche bzw. ein Gewerbegebiet.

 

Einzig erhalten ist ein Friedhof, der versteckt hinter dem Gewerbegebiet im Wald liegt und nur über eine Sackgasse zu erreichen ist. Auf dem Friedhof befindet sich ein sowjetischer, ein französischer, ein italienischer und ein jugoslawischer Teil.

 

 

Letzterer besteht aus 72 Gräbern mit Grabsteinen und den Namen der Verstorbenen. Als zentrale Gedenkstätte für alle Kriegsgefangenen gibt es im Eingangsbereich Stelen mit den Namen der hier Bestatteten (sofern die Namen bekannt sind).

 

Der Leiter des Heimatmuseums Luckenwalde Roman Schmidt bestätigte, dass über die jugoslawischen Häftlinge kaum etwas bekannt ist.

 

Das Ziel unseres Projektes ist, mit unserer langjährigen serbischen Partnergruppe vom Kulturzentrum CK13 aus Novi Sad den jugoslawischen Teil des Friedhofes in einem Arbeitseinsatz zu säubern, denn die meisten Namen sind infolge von Verwitterung der Grabsteine nicht mehr lesbar.

Durch die in Zukunft geplante Entfernung der sichtbaren Teile des jugoslawischen Friedhofes, soll die Anlage durch unser Projekt adäquat dokumentiert werden.

Arbeitseinsatz Stalag III A

Mittels eines kurzen Dokumentarfilms soll die Geschichte des STALAG III A zusammenfassend und anschaulich erläutert werden.

Der Dokumentarfilm wird zweisprachig in Deutsch und Serbisch erscheinen, denn das Ziel ist es, mit Hilfe des Films in Serbien bzw. anderen post-jugoslawischen Ländern nach Angehörigen der hier Bestatteten bzw. Überlebenden oder gar noch lebenden Zeitzeug*innen des STALAG III A zu suchen.

Hierfür soll der Film online über soziale Medien verbreitet werden.

Das Projekt wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) sowie dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) des Landes Brandenburg gefördert. Ideelle und inhaltliche Unterstützung leistete das HeimatMuseum Luckenwalde sowie das Straßen-, Grünflächen- und Friedhofsamt der Stadt Luckenwalde.

Stalag II A - Luckenwalde